Futures Trading in Österreich ist legal und somit auch privaten Tradern zugänglich. Du brauchst zum Futures handel lediglich einen passenden Broker. Die Aufsicht des Futures Trading obliegt in Österreich der Finanzmarktaufsicht (FMA), zumal viele Trader auf EU-lizenzierte oder international regulierte Anbieter setzen.
Der Rahmen ist klar geregelt: Die FMA beaufsichtigt den Markt, und über das EU-Passporting können auch in anderen Mitgliedstaaten lizenzierte Broker in Österreich tätig werden.
Wir haben die besten Anbieter für Futures Trading nach Regulierung, Gebühren, Plattform und Verfügbarkeit für österreichische Trader verglichen und zeigen dir, welcher Broker zu welchem Handelsstil passt. Außerdem erfährst du, wie das Futures-Trading Schritt für Schritt funktioniert und worauf du bei der Besteuerung deiner Gewinne in Österreich achten musst.

Das wichtigste in Kürze
- Futures sind standardisierte Börsenkontrakte, mit denen du auf steigende und fallende Kurse setzen kannst. Beim S&P 500 erreichst du über den Future 1:25 Hebel, weil die ESMA-Grenze für CFDs von 1:20 hier nicht gilt. Im Intraday-Handel sind noch höhere Hebel möglich.
- Für kleine Konten eignen sich Micro-Kontrakte wie der MES (5 USD je Punkt) besser als der große E-mini (50 USD je Punkt). Riskiere pro Trade höchstens 2 Prozent deines Kontos. So bleibst du auch nach mehreren Verlusten in Folge handlungsfähig.
- Die meisten Futures-Broker haben keine FMA-Konzession, sondern sind in einem anderen EU-Land oder in den USA reguliert. Prüfe jeden Anbieter vor der ersten Einzahlung in der FMA-Unternehmensdatenbank auf fma.gv.at. Bei einem US-Broker greift der europäische Anlegerschutz nicht.
- Futures gelten in Österreich als unverbriefte Derivate und fallen unter den progressiven Einkommensteuertarif von 0 bis 55 Prozent. In vielen Fällen kannst du jedoch den Sondersteuersatz von 27,5% beantragen. Lass dich hierzu von einem Steuerberater beraten.
- Die besten Broker für Futures Trading in Österreich sind unserer Erfahrung nach AvaFutures, Optimus Futures und EdgeClear.
Die besten Futures Broker in Österreich
- Mehrfach reguliert (10x)
- MetaTrader 5 & TradingView
- Schnelle Kontoeröffnung in 5 Min.
- Günstige Kommissionskosten
- Kostenlose Level-2 Marktdaten
- Persönlicher Support
- Die günstigsten Futures-Kommissionen
- Micros ab 0,25$ & Minis ab 0,75$
- Reguliert in den USA (sehr streng)
- Zahlreiche Plattformen-Anbindungen (u. a. ATAS)
- Kompetenter Support (nur auf Englisch)
- In den USA reguliert
- Verschiedene Clearing-Anbieter
- Zahlreiche Plattform-Schnittstellen
- Personalisierter Support
- Variable Kommissionen Möglich
Finde zuerst den besten Broker, wenn du in Österreich Futures traden möchtest. Die Wahl des richtigen Anbieters entscheidet maßgeblich über deinen Erfolg. Wir haben die Broker unter anderem nach folgenden Kriterien getestet und verglichen:
- Handelsangebot (verfügbare Futures-Märkte)
- Plattform
- Gebühren und Margins
- Kundenservice
- Regulierung
- Verfügbarkeit für österreichische Trader
Unseren Erfahrungen nach gibt es deutliche Unterschiede zwischen den Anbietern, sowohl in der Benutzerfreundlichkeit als auch in der Kostenstruktur.
Im Vergleich haben uns folgende Anbieter am meisten überzeugt:
- AvaFutures – bester Broker für das Futures Trading in Österreich
- Optimus Futures – günstigster Anbieter
- EdgeClear – multifunktionaler Broker.
1. AvaFutures

AvaFutures ist unser Favorit, weil er als einziger der drei Anbieter unter EU-Anlegerschutz steht. Als Futures-Sparte der AvaTrade-Gruppe ist es über die irische Gesellschaft (Central Bank of Ireland) reguliert, und der Kundenservice antwortet auf Deutsch.
Die Plattform richtet sich an Einsteiger wie an erfahrene Trader, die Benutzeroberfläche ist aufgeräumt und die Lernkurve flach. Eine Nachschusspflicht gibt es nicht.
| Regulierung | Central Bank of Ireland (CBI), ASIC, FSCA u. a. |
| Handelsplattform | AvaTradeGO, MetaTrader 4/5, WebTrader, TradingView |
| Handelsangebot | Futures auf Indizes, Rohstoffe, Währungen |
| Gebühren | Provisionen ab 0,75 (Micro) bzw. 1,75 $ (Mini/Standard) pro Kontrakt / NFA-Gebühr von 0,02 $ pro Trade für US-börsengehandelte Instrumente. |
| Margins | Variabel je nach Instrument, Kontraktgröße (Micro, Mini, Standard) und Handelszeit |
| In Österreich verfügbar | Ja |
2. Optimus Futures

Optimus Futures ist ein auf Futures spezialisierter US-amerikanischer Broker mit langjähriger Erfahrung im professionellen Futures-Markt. Das Angebot umfasst eine beeindruckende Auswahl an Futures-Märkten sowie mehrere professionelle Handelsplattformen. Wir sind der Meinung, dass Optimus Futures besonders für erfahrene Trader geeignet ist, die Markttiefe und professionelle Tools benötigen. Der Kundenservice ist auf Englisch verfügbar.
| Regulierung | NFA (National Futures Association), CFTC |
| Handelsplattform | Optimus Flow, Firetip, Sierra Chart, Rithmic |
| Handelsangebot | Futures auf Indizes, Rohstoffe, Zinsen, Devisen, Energien |
| Gebühren | Micro Futures: Ab 0,25 $ / E-mini Futures: Ab 0,75 $. / NFA-Gebühr: 0,02 $ |
| Margins | Starten bei $50 für Micro-Kontrakte und ca. $500 für E-mini Kontrakte (Intraday), 3-12% des Kontraktwertes (Overnight) |
| In Österreich verfügbar | Ja |
3. EdgeClear

EdgeClear ist ein jüngerer, aber bereits etablierter Futures-Broker mit starkem Fokus auf Transparenz und kundenfreundliche Konditionen. Besonders attraktiv sind die niedrigen Intraday Margins und die faire Gebührenstruktur, wenn du Futures handeln möchtest. EdgeClear überzeugt in unserem Test vor allem durch seinen persönlichen Kundenservice und die unkomplizierte Kontoeröffnung, auch für Trader aus Österreich.
| Regulierung | NFA, CFTC |
| Handelsplattform | Rithmic, EdgeProX, Quantower |
| Handelsangebot | CME, CBOT, NYMEX Futures (Indizes, Rohstoffe, Zinsen) |
| Gebühren | Provisionen ab $0,10 bis $0,20 pro Kontrakt (Micro), spezielle Pakete für Vieltrader |
| Margins | Micro oft ab $50, Daytrading-Margin oftmals 25-50% der Exchange Initial Margin |
| In Österreich verfügbar | Ja |
Alternative zu Futures Brokern: Prop Firmen mit Futures Angebot in Österreich
Neben dem klassischen Futures Trading auf eigene Faust gibt es auch in Österreich eine interessante Alternative: das Handeln über Proprietary Trading Firmen (Prop Firmen). Beim Futures Prop Trading handelst du nicht mit deinem eigenen Kapital, sondern mit dem Geld der Firma.
Nach erfolgreichem Bestehen einer Evaluation erhältst du Zugang zu einem finanzierten Handelskonto. Du trägst somit deutlich weniger finanzielles Risiko, musst aber vorher nachweisen, dass du diszipliniert und profitabel Futures handeln kannst.
Wir sind der Meinung, dass Prop Trading besonders für Trader interessant ist, die solides Wissen mitbringen, aber nicht über ausreichend Eigenkapital verfügen. Die Gewinne werden dabei zwischen Trader und Firma aufgeteilt, oft im Verhältnis 80/20 zugunsten des Traders. Zwei der bekanntesten Anbieter im Bereich Futures Prop Trading sind:
- APEX Trader Funding: Einer der größten und bekanntesten Anbieter weltweit mit flexiblen Evaluation-Plänen und schneller Auszahlung. Apex bietet verschiedene Kontogrößen und ist auch für Trader aus Österreich zugänglich.
- IQ Capital: Ein auf Futures Trading spezialisierter Prop Anbieter mit klaren Regelwerken und fairen Bedingungen. Wenn du strukturiert vorgehst, findest du hier eine solide Firma zum Futures handeln mit fremdem Kapital.
An welchen Börsen kann ich Futures handeln?
Der Handel mit Futures ist nur an speziellen Terminbörsen möglich. An „gewöhnlichen“ Börsen, an denen du Aktien handelst, gibt es keinen Zugang zum Futures-Markt.
Für österreichische Trader sind vor allem zwei Terminbörsen relevant: die CME Group in den USA mit ihren Teilbörsen CME, NYMEX, COMEX und CBOT, und die EUREX in Frankfurt für den europäischen Raum.
Beide bieten Kontrakte mit völlig unterschiedlichen Basiswerten an. Die Wahl der Terminbörse (und damit auch des Brokers) hängt also auch von den Märkten ab, die du per Futures-Kontrakt handeln willst.
| Symbol | Basiswert | Börse | Kontrakt- bzw. Punktwert | 1 Tick |
|---|---|---|---|---|
| ES | E-mini S&P 500 | CME | 50 USD je Indexpunkt | 0,25 Pkt = 12,50 USD |
| NQ | E-mini Nasdaq-100 | CME | 20 USD je Indexpunkt | 0,25 Pkt = 5,00 USD |
| CL | WTI-Rohöl | NYMEX | 1.000 Barrel | 0,01 USD = 10 USD |
| GC | Gold | COMEX | 100 Feinunzen | 0,10 USD = 10 USD |
| ZN | 10-jährige US-Staatsanleihe | CBOT | 100.000 USD Nennwert (1 Pkt = 1.000 USD) | ½ von ¹⁄₃₂ = 15,625 USD |
| FDAX | DAX | Eurex | 25 EUR je Indexpunkt | 1 Pkt = 25 EUR |
Am liquidesten sind ES, NQ und CL. Wichtiger als die Auswahl ist aber der Kontraktwert. Beim ES bewegt ein einziger Punkt 50 USD, hinter einem ZN steckt ein Nennwert von 100.000 USD. Für kleinere Konten gibt es zu den meisten dieser Märkte Micro-Varianten mit einem Zehntel der Größe, etwa den MES (5 USD je Punkt) oder den Micro-Nasdaq MNQ (2 USD je Punkt).
Wiener Börse, EUREX und der ATX-Future
Die Wiener Börse ist ein Kassamarkt für Aktien und Anleihen. Futures-Handel für Privatanleger ist dort nicht möglich. Auf den ATX, den österreichischen Leitindex, existiert zwar ein Future, gehandelt wird er aber an der EUREX und auf Basis der Wiener Kurse abgerechnet.
Allerdings ist die Liquidität im ATX-Future sehr dünn. Die EUREX hält für die Abrechnung sogar eine Ausweichregel bereit, falls in der maßgeblichen Minute nicht einmal fünf Geschäfte zustande kommen.
Für aktives Trading ist der ATX-Future deswegen nicht unsere erste Wahl. Kontrakte wie der Euro Stoxx 50 (FESX) oder der DAX (FDAX) sind deutlich liquider, wenn du europäische Index-Futures handeln willst.
Was ist der Unterschied zwischen Mini und Micro-Futures?
Der Unterschied zwischen einem E-mini und einem Micro ist die Größe. Der Micro ist exakt ein Zehntel des Mini, beim Punktwert wie bei der Margin. Beim S&P 500 bewegt der E-mini (ES) 50 USD je Punkt, der Micro (MES) nur 5 USD. Erst das macht die Micros für kleine Konten überhaupt handelbar.
| Kontrakt | Punktwert | Day-Trading-Margin |
|---|---|---|
| ES (E-mini S&P 500) | 50 USD | 400 USD |
| MES (Micro E-mini S&P 500) | 5 USD | 40–50 USD |
| NQ (E-mini Nasdaq-100) | 20 USD | 1.000 USD |
| MNQ (Micro E-mini Nasdaq-100) | 2 USD | 100 USD |
Die Day-Trading-Margin ist der Betrag, mit dem du eine Position innerhalb der Sitzung eröffnen kannst. Über Nacht verlangt die Börse ein Vielfaches: bei Mini-Kontrakten ist die Overnight-Margin meist ein fünfstelliger Betrag, bei den Micros rund ein Zehntel davon.
Hältst du einen Kontrakt über Nacht und kannst die volle Margin nicht bereitstellen, wird deine Position automatisch geschlossen. In volatilen Phasen heben die Börsen die Sätze zusätzlich kurzfristig an.
So startest du in 9 Schritten mit dem Futures Trading
Für viele österreichische Trader sind Futures ein attraktives Instrument für kurzfristige Spekulation ebenso wie für die Absicherung bestehender Portfolios. Das Futures handeln funktioniert in Österreich nach dem folgenden Muster:

Schritt 1: Broker auswählen
Bevor du mit dem Futures Trading starten kannst, musst du einen geeigneten Broker finden. Dieser muss einen Zugang zu Terminbörsen wie der CME (Chicago Mercantile Exchange) oder der EUREX anbieten. Achte dabei darauf, dass der Broker in der EU reguliert ist. Viele österreichische Trader greifen zu international regulierten Anbietern wie AvaFutures, weil der Futures-Handel bei so gut wie keinem heimischen Anbieter möglich ist.
Schritt 2: Konto eröffnen

Die Kontoeröffnung bei einem Futures-Broker erfolgt in der Regel vollständig online und dauert meistens ein bis drei Werktage. Du musst dabei ein Legitimationsverfahren durchlaufen, bei dem du deinen Lichtbildausweis sowie einen Adressnachweis einreichst.
Futures-Konten laufen als Margin-Konten. Deshalb prüfen die meisten Broker vor der Freischaltung deine Handelserfahrung und deine finanzielle Situation.
Als wir bei AvaFutures ein Konto eröffnet haben, war die Verifizierung nach 30 Stunden abgeschlossen. Verlangt wurden ein Lichtbildausweis und ein Adressnachweis.
Schritt 3: Kapital einzahlen

Nach der Kontoeröffnung musst du ausreichend Kapital einzahlen, um die geforderte Initial Margin für deine geplanten Trades abzudecken. Die Mindesteinlage variiert je nach Broker und gehandeltem Futures-Kontrakt erheblich. Bei Micro Futures ist der Einstieg oft schon ab 500 bis 1.000 Euro möglich, klassische Futures erfordern jedoch oft deutlich mehr.
In unserem Test mit AvaFutures war unsere erste Einzahlung am nächsten Tag auf dem Konto.
Schritt 4: Handelsplattform einrichten

Für das Futures handeln benötigst du eine leistungsfähige Handelsplattform, die Echtzeit-Kursdaten und umfangreiche Charting-Tools bietet. Bekannte Plattformen im Futures-Bereich sind Sierra Chart, NinjaTrader, TradingView (mit Brokeranbindung) sowie die eigenen Oberflächen mancher Broker. Wir empfehlen dir, die Plattform sorgfältig einzurichten und alle Funktionen im Demomodus zu testen.
Für Einsteiger empfehlen wir den MT5, weil dieser die einfachste Lernkurve hat, ohne auf wichtige Features zu verzichten.
NinjaTrader und TradingView eignen sich am besten, wenn du aktiv handelst, aber keine Spezialsoftware einrichten willst. Beide liefern saubere Charts und direkte Orderausführung.
Wir selbst arbeiten bevorzugt mit TradingView, weil wir eine übersichtliche und nutzerfreundliche Benutzeroberfäche schätzen, die mit wenigen Klicks alle wichtigen Indikatoren parat hat.
Schritt 5: Future Kontrakt auswählen

Achte bei der Auswahl des Futures-Kontrakts auf Aspekte wie Hebel, Art des Basiswertes und den Kurs. Denke daran, dass der Kurs sich auch an den Ablaufzeiten (Verfallsdatum) der Futures orientiert. Daher können Futures mit dem gleichen Basiswert dennoch aufgrund verschiedener Verfallsdaten abweichende Preise haben.
Schritt 6: Markt analysieren
Bevor du in den Markt einsteigst, musst du den Markt analysieren. Ob du dafür die fundamentale oder technische Analyse nutzt, hängt von deiner Strategie ab – wir empfehlen, beide Methoden zur gegenseitigen Unterstützung und Bestätigung zu verwenden.
Fundamentalanalyse beim Futures Trading
Der Terminmarkt hängt an Makrodaten und festen Terminen, deshalb arbeiten die meisten mit beidem. Nur heißt „fundamental“ hier selten Bilanzanalyse, sondern Kalender und Positionierung.
Vor einer FOMC-Sitzung werfen wir immer einen Blick auf das CME FedWatch Tool. Es leitet aus den Fed-Funds-Futures ab, mit welcher Wahrscheinlichkeit der Markt eine Zinsänderung einpreist.

Ähnlich wirken die Inflationsdaten (CPI und PCE), die monatlich um 8:30 Uhr Ortszeit erscheinen. Fällt die Inflation höher aus als erwartet, geraten ES und NQ schnell unter Druck, weil der Markt dann weniger Zinssenkungen einpreist. Den PCE schaut sich die Fed selbst am genauesten an, er wiegt für die Futures oft schwerer als der bekanntere CPI.
Technische Analyse
Dein Ziel bei der technischen Analyse ist es, einen Einstieg mit kontrollierbarem Risiko zu identfizieren. Im Chart unten siehst du zwei unserer beliebtesten Werkzeuge bei der Analyse, den MACD-Indikator und die Bollinger-Bänder.

Der MACD misst, wie weit zwei gleitende Durchschnitte auseinanderlaufen, standardmäßig sind der 12er und der 26er eingestellt. Aus ihrer Differenz entsteht die MACD-Linie, während ihr 9-Perioden-Durchschnitt die Signallinie bildet.
Daraus ergeben sich zwei Szenarien: Kreuzt die MACD-Linie die Signallinie nach unten und kippt das Histogramm ins Negative, hat das Momentum im NQ oft schon gedreht, bevor es der reine Kursverlauf verrät. Umgekehrt bekommen wir ein bullisches Signal, wenn die MACD-Linie die Signallinie von unten nach oben kreuzt.
Anders setzen die Bollinger-Bänder an. Sie legen sich um einen 20-Perioden-Durchschnitt, zwei Standardabweichungen nach oben und unten. Ziehen sie sich eng zusammen, ist die Volatilität niedrig, und häufig folgt darauf eine größere Bewegung. Die Richtung veratten sie dir nicht. Nutze dafür den MACD oder einen anderen geeigneten Indikator (z.B. den RSI), um ein vollständiges Bild zu erhalten.
2. Verwende niemals zu viele Indikatoren: Legst du mehrere Signale übereinander, verlierst du den Überblick. Zwei Werkzeuge, die verschiedene Aspekte zeigen (z.B. eines für den Trend und eines für Volatilität) sind für die meisten Setups völlig ausreichend.
Schritt 7: Trading-Plan erstellen
Ein Trading-Plan definiert vier Parameter vor der Orderabgabe:
- Einstieg
- Ausstieg im Verlustfall (Stop Loss)
- Gewinnmitnahme (Take Profit)
- Positionsgröße
Der Stop Loss ist das wichtigste Werkzeug für langfristig profitables Trading. Zwei Regeln aus unserer Coaching-Praxis stehen über allem:
- Riskiere höchstens 2 Prozent des Kontos pro Trade: Zehn Verluste in Folge kosten dich bei 2 Prozent ein Fünftel deines Kontos. Davon wirst du dich wieder erholen, wenn du mit einer klaren Strategie arbeitest.
- Nutze ein CRV von mindestens 1:2: Du nimmst nur Trades, bei denen das realistische Ziel doppelt so weit weg liegt wie dein Stop. Bei 1:2 reicht eine Trefferquote von einem Drittel, um nicht ins Minus zu rutschen. Du darfst öfter falsch- als richtigliegen und bist trotzdem profitabel.
Beispielrechnung bei einem 10.000-€-Konto: 2 Prozent Risiko sind 200 €, bei einem EUR/USD-Kurs um 1,16 (Stand: Juni 2026) rund 232 USD. Beim Micro E-mini S&P 500 (MES) ist ein Punkt 5 USD wert, das lässt dir bei einem Kontrakt etwa 46 Punkte Stop-Abstand.
Beim größeren E-mini (ES) wären es bei 50 USD je Punkt nur 4 Punkte Spielraum bis zum Stop. Der S&P durchläuft diesen Abstand im Sekundentakt. Für ein 10.000-€-Konto ist der ES also zu groß.
Deswegen empfehlen wir Micro-Futures für kleine Konten. Ihr zehnmal kleinerer Punktwert lässt dir genug Spielraum für ein sauberes Setup.
Schritt 8: Order platzieren und Position managen

Wenn du alle Vorbereitungen getroffen hast, kannst du deinen ersten Futures-Kontrakt kaufen (Long) oder verkaufen (Short). Setze immer einen Stop-Loss, um dein maximales Verlustrisiko zu begrenzen und überwache die Margin-Anforderungen laufend. Halte dich an deinen Plan und lass dich nicht von kurzfristigen Schwankungen zu übereilten Entscheidungen verleiten.
Schritt 9: Position schließen und auswerten

Futures-Kontrakte haben ein fixes Ablaufdatum, an dem sie automatisch abgerechnet werden. Du kannst deine Position aber jederzeit vorher schließen, indem du den Gegenkontrakt kaufst bzw. verkaufst. Nach jedem abgeschlossenen Trade empfehlen wir, diesen in deinem Trading Journal zu dokumentieren und zu analysieren.
Eigenschaften eines Futures Kontraktes erklärt
Futures-Kontrakte sind sehr stark standardisierte Finanzinstrumente. Die wichtigsten Eigenschaften im Überblick:

Standardisierung
Jeder Kontrakt ist bis ins Detail von der Börse festgelegt. Beim ES-Future beispielsweise ist die kleinste Preisbewegung ein Tick von 0,25 Punkten, das sind genau 12,50 USD. Dieser Wert gilt börsenweit für jeden.
Du einigst dich nur noch über den Preis, nicht über Kontraktgröße, Laufzeit oder Lieferbedingungen. Bei einem frei verhandelten Termingeschäft müsstest du jede dieser Bedingungen einzeln festlegen.
Weil dagegen jeder ES mit jedem anderen austauschbar ist, findest du fast immer sofort eine Gegenseite. Diese Vereinfachung im Handel gibt Futures-Märkten standardmäßig eine hohe Liquidität.
Kontraktgröße
Die Kontraktgröße legt fest, wie viel des Basiswerts ein einzelner Kontrakt repräsentiert, beispielsweise 1.000 Barrel Rohöl beim WTI Crude Oil Future oder 10 Unzen Gold beim Micro Gold Future. Für Trader aus Österreich ist die Kontraktgröße entscheidend für die Berechnung des notwendigen Kapitaleinsatzes.
Margin-Pflicht
Beim Futures handeln muss nicht der volle Kontraktwert hinterlegt werden, sondern lediglich eine Sicherheitsleistung (Initial Margin), die üblicherweise zwischen 3 und 15 Prozent des Kontraktwertes beträgt. Diese Hebelwirkung verstärkt sowohl Gewinne als auch Verluste und erfordert unserer Meinung nach ein konsequentes Risikomanagement.
Tägliche Abrechnung (Mark-to-Market)
Im Gegensatz zu vielen anderen Finanzinstrumenten werden Futures-Positionen täglich nach Marktschluss abgerechnet. Gewinne werden dem Konto gutgeschrieben, Verluste abgebucht. Fällt das Konto unter die Maintenance Margin, ergeht ein Margin Call und du musst unter Umständen umgehend Kapital nachschießen.
Verfallsdatum
Jeder Futures-Kontrakt hat ein festgelegtes Ablaufdatum, an dem die Position entweder physisch abgewickelt (Lieferung des Basiswerts) oder als Barausgleich geschlossen wird. Trader, die keine physische Lieferung wollen, müssen ihre Position vor dem Verfall schließen oder in den nächsten Kontraktmonat „rollen“.
Physische Lieferung oder Barausgleich
Je nach Kontrakt erfolgt am Verfallstag entweder die tatsächliche Lieferung des Basiswerts (z. B. Weizen, Rohöl) oder ein Barausgleich zum Schlusskurs (z. B. bei Aktienindex-Futures wie dem Euro Stoxx 50). Für die meisten privaten Trader ist der Barausgleich unserer Auffassung nach die weitaus üblichere Abwicklungsform.
Handel in beide Richtungen (Long & Short)
Einer der großen Vorteile von Futures ist die Möglichkeit, sowohl auf steigende (Long) als auch auf fallende (Short) Kurse zu spekulieren, ohne den Basiswert besitzen zu müssen. Diese Flexibilität macht Futures sowohl als Spekulationsinstrument als auch zur Absicherung (Hedging) äußerst wertvoll.
Hohe Liquidität an großen Terminbörsen
Futures auf große Märkte wie den S&P 500 (E-mini), WTI-Rohöl oder Euro-Bund werden täglich in enormen Volumina gehandelt, was enge Spreads und eine einfache Orderausführung gewährleistet. Diese Liquidität ist besonders für aktive Trader wichtig, die schnell in Positionen ein- und aussteigen möchten.
Futures Trading Beispiel: Pullback mit dem Micro E-mini S&P 500 handeln
Um das Futures Trading in Österreich greifbarer zu machen, zeigen wir dir einen unserer eigenen Trades vom 03.06.2026 mit dem Micro E-mini S&P 500 (MES).
Ausgangssituation:
- Basiswert: Micro E-mini S&P 500 (MES)
- Einstiegskurs: 7.580,50 Punkte (Short; Geld/Brief 7.580,50 / 7.580,75 – ein Tick Spread, also 1,25 USD)
- Kontraktgröße: 5 USD je Punkt → Kontraktwert: 7.580,50 × 5 = 37.900 USD je Kontrakt
- Positionsgröße: 10 Kontrakte
- Hinterlegte Margin: rund 1.520 USD je Kontrakt (rund 4 % des Kontraktwerts) = 15.160 USD bei 10 Kontrakten
- Tickwert: 1 Tick = 0,25 Punkte = 1,25 USD
- Effektive Hebelwirkung: 25:1
- Chartfenster: 2-Stunden-Chart
Wir haben bei diesem Trade bewusst gegen den bestehenden Aufwärtstrend gehandelt. Die These zu unserem Short-Szenario stützte sich auf die Spannungen im mittleren Osten und steigende Ölpreise. Die gestiegenen Renditen im Anleihenmarkt und anhaltende Gewinnmitnahmen im Tech-Sektor setzten den Index zusätzlich unter Druck.
Im Gesamtbild betrachteten wir dies als gute Gelegenheit für einen Rücksetzer im S&P 500, der seit April ohnehin um gut 15% gestreckt war. Als technische Bestätigung zogen wir den MACD zu Rate: Im 2-Stunden-Chart unterschritt der Indikator die Signallinie bereits mehrere Stunden vor Eröffnung der Handelssitzung.
Der Markt bestätigte nach Eröffnung unsere Rücksetzer-These und sorgte für Abwärtsdruck. Unser Einstiegssignal war ein Schlusskurs der ersten Kerze nach Eröffnung unterhalb des EMA 50. Wir sind also genau 2,5 Stunden nach Eröffnung bei 7.580,50 Punkten eingestiegen.

Unsere Risikomanagement-Parameter:
- Stop: 7598 (knapp über der EMA 50 und Schlusskurs der ersten 2h-Kerze nach Eröffnung)
- Risiko: 20 Punkte
- TP: 7520,50 mit Teilgewinnmitnahme (50%) an der EMA 100 bei 7562 Punkten
Bei diesem Setup bekommen wir ein CRV von etwa 1:3. Unter Berücksichtigung unserer Teilgewinnmitnahme ergibt sich effektiv ein gewichtetes CRV von etwas mehr als 1:2.
Unser Ergebnis: Das erste Ziel haben wir nach gut 4 Stunden erreicht und unseren Stop sofort auf Einstand nachgezogen. Wir haben damit sichergestellt, dass wir aus diesem Trade in schlechtestem Fall mit einem Gewinn von 478,75 USD rausgehen.
Leider drehte der Markt bei 7541 Punkten und unsere restliche Position wurde am nächsten Tag bei 7580 Punkten ausgestoppt. Damit haben wir insgesamt einen durchschnittlichen Erfolg erzielt, aber uns an ein exakt definiertes System zum Futures Trading mit sauberem Risikomanagement gehalten.
Ist Futures Trading in Österreich legal?
Ja, Futures Trading ist in Österreich vollkommen legal. Als EU-Mitglied gilt in Österreich das europäische Finanzmarktrecht (MiFID II), das den Handel mit Futures als regulierte Finanzinstrumente ausdrücklich erlaubt. Privatanleger können über zugelassene Broker Futures an anerkannten Terminbörsen handeln, solange der jeweilige Broker über eine gültige Zulassung einer EU-Regulierungsbehörde verfügt.
Wie sind Futures in Österreich reguliert?
Die FMA (Finanzmarktaufsicht) beaufsichtigt den österreichischen Finanzmarkt, aber die wenigsten Futures-Broker haben eine FMA-Konzession. Die meisten sind in einem anderen EU-Land zugelassen und dürfen über das EU-Passporting auch in Österreich tätig sein. Andere Anbieter sitzen ganz außerhalb der EU und werden in ihrem jeweiligen Heimatland reguliert.
Für dich als Futures Trader in Österreich heißt das: Prüf den Broker selbst, bevor du Geld einzahlst. Auf fma.gv.at gibt es die Unternehmensdatenbank, in der jeder in Österreich zugelassene Anbieter steht, samt der Dienstleistungen, die er erbringen darf.
Daneben veröffentlicht die FMA Investorenwarnungen vor Firmen, die ohne Berechtigung auftreten. Findest du deinen Broker nicht in der Datenbank, ist das ein Warnsignal, auch wenn die Website professionell wirkt und einen europäischen Sitz angibt.
Wie sicher sind Futures Broker außerhalb der EU?
Nicht-EU-Anbieter tauchen in der FMA-Datenbank gar nicht auf. Das macht sie nicht automatisch unseriös. Einige der besten Futures Broker sitzen in den USA. Auch diese sind streng reguliert, aber eben nach US-Recht.
In einem solchen Fall musst du die Lizenz bei der zuständigen Behörde des Heimatlandes selbst prüfen. Bei US-Futures-Brokern sind das CFTC und NFA (National Futures Association).
Achtung: Die europäische Anlegerentschädigung greift bei Nicht-EU-Brokern nicht. Auch die Regeln zur Trennung von Kundengeldern sind anders und im Streitfall führt der Weg über eine Behörde in Übersee.
Wie werden Futures in Österreich besteuert?
Futures gehören zu den unverbrieften Derivaten und fallen als solche grundsätzlich unter die persönliche Einkommenssteuer statt der KESt. Das bedeutet: Deine Gewinne aus dem Futures-Trading werden zu deinem Gesamteinkommen hinzugerechnet, woraus sich der Einkommenssteuertarif zwischen 0% und 55% ergibt.

Bei Brokern außerhalb der EU ist dieser Weg rechtlich noch nicht gesichert. Wir empfehlen in diesem Fall, einen Steuerberater hinzuzuziehen, um deine Trading Steuern optimal handzuhaben.
Beispielrechnung: Futures-Gewinne richtig versteuern
Anders als bei Aktien zahlst du auf Futures-Gewinne keinen festen Satz. Der Gewinn wird zu deinem übrigen Einkommen addiert und mit deinem persönlichen Grenzsteuersatz versteuert. Der Satz, mit dem deine Futures-Gewinne versteuert werden, hängt also von deinem Gesamteinkommen ab.
Wie viel das ausmacht, zeigt ein Gewinn von 5.000 € bei verschiedenen Einkommen:
| zu versteuerndes Einkommen | Grenzsteuersatz | Steuer auf 5.000 € Gewinn (Tarif) | Zum Vergleich: 27,5 % KESt | Differenz |
|---|---|---|---|---|
| 15.000 € | 20 % | 1.000 € | 1.375 € | 375 € günstiger |
| 30.000 € | 30 % | 1.500 € | 1.375 € | 125 € teurer |
| 50.000 € | 40 % | 2.000 € | 1.375 € | 625 € teurer |
| 90.000 € | 48 % | 2.400 € | 1.375 € | 1.025 € teurer |
Liegt dein Grenzsteuersatz über 27,5 Prozent, zahlst du auf Futures mehr als auf Aktien. Liegt er darunter, fährst du mit der Tarifbesteuerung sogar günstiger.
Ausnahmeregel: Sondersteuersatz für Futures
Eine Ausnahme ist möglich, wenn dein Einkommensteuertarif über dem Sondersteuersatz von 27,5 % liegt und du bei einem Broker innerhalb der EU handelst. Dazu musst du deine Futures-Gewinne in der Steuererklärung angeben (Beilage E1kv) und den Sondersteuersatz aktiv beantragen.
Verlustverrechnung
Verluste aus Futures lassen sich im selben Kalenderjahr mit Gewinnen aus steuerlich gleich behandelten Kapitalanlagen verrechnen. Da Futures bei einem Nicht-EU-Broker als unverbriefte Derivate dem progressiven Tarif unterliegen, läuft diese Verrechnung im Tarif-Bereich.
Mit Gewinnen, die dem 27,5-Prozent-Sondersatz unterliegen, etwa aus Aktien oder verbrieften Derivaten, kannst du Futures-Verluste dagegen nicht gegenrechnen. Auch einen Verlustvortrag ins Folgejahr gibt es für Privatanleger nicht. Alles, was du im laufenden Jahr nicht verrechnest, verfällt.
Welche Risiken hat das Futures Trading?
Futures Trading bietet attraktive Chancen, birgt aber auch erhebliche Risiken. Zu den drei größten Risiken zählen das Leverage-Risiko durch den Hebel, der Verluste massiv verstärken kann. Zudem besteht das Risiko eines Margin Calls, der zu einem Zwangsverkauf deiner Position führen kann. Hinzu kommt eine eventuelle Nachschusspflicht (bei Brokern außerhalb der EU möglich).

Im schlimmsten Fall verlierst du nicht nur dein eingesetztes Kapital, sondern musst darüber hinaus Geld nachschießen, um entstandene Verluste zu decken. Dieses Szenario bringt unerfahrene Trader schnell in eine finanzielle Schieflage.
Die wichtigsten Risiken im Detail:
- Hebelrisiko (Leverage-Risiko): Durch den Hebel kann bereits eine geringe Kursänderung zu einem Verlust führen, der die gesamte Margin übersteigt. Während der Hebel Gewinne multipliziert, verstärkt er Verluste in gleichem Maße.
- Nachschusspflicht: Auch in Österreich gibt es seit wenigen Jahren in der Breite keine Nachschusspflicht beim Handel mit Futures oder anderen Derivaten für private Trader mehr. Dennoch existiert dieses Risiko für professionelle Futures Trader und wenn du einen Broker nutzt, der im EU-Ausland ansässig und/oder nicht reguliert ist.
- Marktrisiko und extreme Volatilität: Futures-Märkte können sich innerhalb von Minuten dramatisch bewegen, insbesondere bei wichtigen Wirtschaftsdaten oder geopolitischen Ereignissen. Selbst gut recherchierte Trades können durch unvorhersehbare Ereignisse schlagartig ins Negative drehen.
- Liquiditätsrisiko: Nicht alle Futures-Märkte sind gleich liquide. Weniger gehandelte Kontrakte können breite Spreads und schlechte Orderausführung aufweisen. In illiquiden Märkten kann es schwierig sein, eine Position schnell zu einem fairen Preis zu schließen.
- Rollrisiko: Da Futures-Kontrakte verfallen, müssen Positionen regelmäßig in den nächsten Kontraktmonat gerollt werden, wenn sie länger gehalten werden sollen. Beim Rollen entstehen Kosten und es kann zu Kurssprüngen zwischen den Kontrakt-Monaten kommen, die die Performance beeinflussen.
- Psychologisches Risiko: Der schnelle, gehebelte Handel stellt hohe Anforderungen an die Nerven. Daytrading-Studien wie Barber, Lee, Liu & Odean zeigen, dass nur ein verschwindend kleiner Teil der aktiven Trader über die Jahre profitabel bleibt. Die meisten scheitern nicht an der Analyse, sondern an der Psyche: an schnellen Verlusten, am Festhalten an Verliererpositionen, am Drang, ein Minus sofort zurückholen zu wollen.
- Technisches Risiko / Plattformausfälle: Wie bei jedem elektronischen Handel besteht das Risiko technischer Störungen, sei es beim Broker, der Börse oder deiner eigenen Internetverbindung. In schnell bewegenden Märkten kann ein Systemausfall dazu führen, dass du eine Position nicht rechtzeitig schließen kannst. Das kann größere Verluste zur Folge haben.
Fazit: Futures als beliebtes Instrument für Trader in Österreich
Futures geben dir direkten, börslich abgewickelten Zugang zu Finanzmärkten mit hohen Hebeln. Die ESMA-Obergrenze für CFDs (1:20 bei großen Indizes) gilt hier nicht, weil ein Future kein CFD ist. Der Hebel wirkt in beide Richtungen, weshalb am Ende alles am Risikomanagement hängt.
Bei der Brokerwahl entscheidet vor allem, ob du den EU- oder den US-Weg gehst. Wir selbst nutzen AvaFutures, weil es den EU-Anlegerschutz über die in Irland regulierte AvaTrade-Gruppe mit deutschsprachigem Support und einer großen Auswahl an Plattformen verbindet.
Voraussetzung ist allerdings mehr als die Brokerwahl. Setze dich mit den Risiken auseinander und handle nur Kontrakte, die zu deiner Kontogröße passen.
FAQ – Meist gestellte Fragen zum Thema
Was ist der Unterschied zwischen Futures und CFDs?
Beide sind Derivate, aber ein Future ist ein standardisierter Börsenkontrakt, ein CFD ein außerbörsliches Geschäft zwischen dir und dem Broker. Beim CFD ist der Broker deine Gegenpartei, beim Future die Clearingstelle der Börse. Praktisch heißt das: CFDs unterliegen für Privatkunden den ESMA-Hebelgrenzen (bei Indizes 1:20) und haben einen verpflichtenden Negativsaldoschutz, Futures haben beides nicht. Steuerlich behandelt Österreich beide gleich, als nicht verbriefte Derivate zum Tarif.
Was ist der Unterschied zwischen Futures und Optionen?
Ein Future verpflichtet beide Seiten, eine Option gibt nur ein Recht. Wer eine Option kauft, kann höchstens die bezahlte Prämie verlieren, das Risiko ist gedeckelt. Beim Future läuft der Verlust mit dem Kurs mit, in beide Richtungen, ohne natürliche Grenze. Dafür zahlst du beim Future keine Prämie, sondern hinterlegst nur die Margin.
Kann ich bei Futures mehr verlieren als mein eingesetztes Kapital?
Ja. Anders als beim Privatkunden-CFD gibt es bei Futures keinen garantierten Negativsaldoschutz. Springt der Kurs über Nacht oder übers Wochenende an deinem Stop vorbei (Gap), kann dein Konto ins Minus rutschen, und der Broker kann den Fehlbetrag nachfordern. Deshalb gehört zu jedem Trade eine Positionsgröße, die auch ein Gap übersteht, nicht nur dein Wunsch-Stop.
Was passiert, wenn ein Future ausläuft?
Jeder Kontrakt hat einen festen Verfallstermin, beim E-mini S&P 500 etwa vierteljährlich (März, Juni, September, Dezember). Die meisten Trader schließen vorher und eröffnen den nächsten Kontrakt, das nennt sich Rollover. Tust du nichts, wird ein Index-Future wie der ES bar abgerechnet; bei einem Rohstoff-Future wie Öl (CL) stellt dich der Broker rechtzeitig glatt, damit dir keine 1.000 Barrel geliefert werden. Verlass dich aber nicht darauf, behalte die Verfallstermine selbst im Blick.
Wann sind die besten Handelszeiten für US-Futures aus Österreich?
Die großen US-Index-Futures laufen über die CME fast rund um die Uhr, aber das Volumen ballt sich um die US-Handelseröffnung um 15:30 deutscher Zeit. Dann sind die Spreads am engsten und die Bewegungen am ehesten tragfähig. Wichtige US-Konjunkturdaten kommen meist um 14:30 deutscher Zeit, kurz vor der Eröffnung. Nachts ist der Markt dünn, da rutscht der Kurs schneller weg.
Muss ich Gewinne über einen ausländischen Broker in Österreich versteuern?
Ja, dein Wohnsitz entscheidet, nicht der Sitz des Brokers. Als in Österreich Ansässiger versteuerst du dein weltweites Einkommen, also auch Futures-Gewinne bei Optimus oder EdgeClear in den USA. Weil kein ausländischer Broker die Steuer für dich abführt, trägst du die Gewinne selbst in die Beilage E1kv ein, unter „Einkünfte aus Derivaten“. Frist ist der 30. Juni des Folgejahres über FinanzOnline, mit Steuerberater länger. Seit Oktober 2025 brauchst du dafür eine Zwei-Faktor-Anmeldung, am einfachsten über die ID Austria.
Sind Futures für Einsteiger geeignet?
Nein. Der Hebel wirkt in beide Richtungen, und die meisten Privattrader verlieren über die Zeit Geld, das zeigen die Pflichtangaben der Broker ebenso wie die Forschung (Barber, Lee, Liu & Odean fanden in Taiwan, dass weniger als ein Prozent der Daytrader nach Kosten dauerhaft im Plus liegt). Wenn du trotzdem startest, dann mit Micro-Kontrakten, einem Demokonto zum Üben und Beträgen, deren Verlust dich nicht trifft.
